Header-Bild

Vom Ortsverein

Ostereiersuchen

Es gehört schon seit 30 Jahren zur Tradition in Dassendorf, dass die SPD am 2. Osterfeiertag ein großes Eiersuchen für die Kinder veranstaltet. Selbst Kälte, Schnee oder Regen haben weder uns noch die Dassendorfer Kinder je davon abgehalten, am kleinen Rodelberg am Flachsthumweg dabei zu sein!


Der ehemalige Bürgermeister Karl Straßburg (SPD) im Gespräch mit Wilfried Falkenberg

Das Wetter war in diesem Jahr kühl aber regenfrei. Es waren besonders viele Kinder und Erwachsene dem Aufruf der Dassendorfer SPD gefolgt. Die Kinder suchten in einem abgesteckten Waldstück nach den versteckten Eiern. Das Suchen nach den Eiern machte den Kindern viel Spaß und schnell wurden die Schokoladeneier in mitgebrachte Körbe oder direkt in den Taschen verstaut. Die Erwachsenen konnten einen heißen Punsch genießen und nutzten dann auch Gelegenheit zu einem "Klönschnack" mit den SPD-Gemeindevertretern und Ausschussmitgliedern. Besonders freute sich der Ortsvereinsvorsitzende Wilfried Falkenberg über die Anwesenheit des ehemaligen SPD - Bürgermeisters Karl - Hans Straßburg, der auch gleich mit vielen Bürgern ins Gespräch kam. Viele Bürger waren erfreut darüber, dass die Dassendorfer SPD schon über drei Jahrzehnte das Ostereiersuchen für die Kinder organisiert. Klares Versprechen der Dassendorfer SPD : Diese Tradition wird fortgesetzt.

Dassendorfer Persönlichkeiten: Alida Meyer

Alida Meyer feiert ihre 75-jährige Mitgliedschaft in der SPD

Am Tage ihrer Ehrung am 29. August 2003 blickt die 91-jährige Alida Meyer auf ein bewegtes und ereignisreiches Leben zurück - den weitaus größten Zeitraum als aktives Mitglied der SPD, Deutschlands ältesten Partei.
Geboren wurde Alida Meyer am 25.12.1911 in Hamburg. Ihr Vater Alfred Mros war damals aktiver Sozialdemokrat und überzeugtes SPD-Mitglied. Was lag da für die junge Alida näher, als so früh wie möglich der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) beizutreten? Noch heute erinnert sie sich gerne an die schöne und unbeschwerte Zeit mit vielen Aktivitäten wie Fahrten mit dem Faltboot auf der Ilmenau und der Elbe. In den Ferien organisierte die SAJ Bootsreisen auf ostpreußischen Gewässern, zur Weser und Mosel und sogar durch den Elbe-Trave-Kanal auf die Ostsee.

Großen Gefallen fand Alida damals auch am gemeinsamen Singen im Mulhart-Chor, benannt nach seinem Leiter, einem ebenfalls aktiven SPD-Mitglied, der wohl nicht ganz unschuldig an ihrer damaligen Leidenschaft war. Ganz besonders gerne erinnert sie sich an die öffentlichen Auftritte des Chores.

Am 1. Januar 1928 kam es, wie es kommen musste - Alida trat der SPD bei, zusammen mit ihrer großen Liebe und späterem Mann Henry. Diesen Schritt hat sie bis heute nicht bereut und nach eigenen Angaben ist sie nach 75 Jahren noch immer mit ganzem Herzen dabei!

Als aktives Mitglied der SPD beteiligte sich Alida an den Wahlkämpfen und half beim Verteilen von Wahlpropaganda. Auch ihre ältere Schwester Erna erwies sich - wie sollte es anders sein - als streitbare und aktive Sozialdemokratin. Die Genossinnen und Genossen ließen sich damals bei den Wahlen etwas ganz Besonderes einfallen - heute wohl undenkbar, aber Alida erinnert sich noch gerne daran: Am Wahltage wurden etwas träge Wähler "geschleppt". Wie das ging erläutert Alida so: Etwa eine halbe Stunde vor Wahlende klingelten sie bei Nachbarn, von denen sie wussten, dass sie immer SPD gewählt haben und heute noch nicht zur Wahl waren. Diese säumigen Wähler wurden noch einmal freundlich auf den Wahltermin hingewiesen. Viele Sympathisanten und potentielle SPD-Wähler konnten so noch mobilisiert - "geschleppt" - werden!

1926 begann Alida eine dreijährige Lehre in einer Firma für Farben und Lacke, der sie bis 1937 die Treue hielt. 1928 wurde das Interesse der Familie Mros auf die kleine Sachsenwaldgemeinde Dassendorf gelenkt. Die Eltern hatten in der SPD-Zeitung "Hamburger Echo" eine Verkaufsanzeige über ein Grundstück in Dassendorf gelesen. Ansehen und kaufen geschah fast im selben Atemzuge, denn das idyllisch gelegene Waldgrundstück am Wulersweg gefiel ihnen auf Anhieb. Der künftige Schwiegersohn Henry ließ als geschickter Handwerker und gelernter Tischler sehr bald ein gemütliches Wochenendhaus auf dem neuen Grundstück entstehen. Die Familie verbrachte von nun an fast jede freie Minute in Dassendorf, insbesondere an den Wochenenden und in den Ferien machte man sich per Eisenbahn auf nach Aumühle und von dort aus zu Fuß nach Dassendorf.

Mit der Einflussnahme der nationalsozialistischen NSDAP begann nicht nur für die Deutschen ein dunkles Kapitel, das auch vor der Familie Mros nicht Halt machte. Alida erinnert sich, dass der Kassierer des SPD-Bezirks aus Angst vor Übergriffen der Nazis immer einen großen Hund dabei hatte. Mit der Machtergreifung Hitlers wurden die Zeiten für Alida und ihre Familie noch schwerer. Schwester Erna schloss sich dem Widerstand an und engagierte sich im Internationalen Sozialistischen Kampfbund, einer kleinen Schar, die ernsthaft gegen das Hitler-Regime kämpfte. Unter großem Risiko wurde in Hamburg die illegale Arbeit und Front gegen das Unrechtsregime aufgebaut. Um letztendlich das eigene Leben zu retten, musste Schwester Erna bald über Frankreich nach Portugal flüchten. Später ist sie dann in die USA ausgewandert, von wo sie nie wieder zurück kehrte.

Die Flucht ihrer Schwester hatte für Alida unangenehme Folgen, denn sie erhielt "Besuch" von der Gestapo, was sie mit äußerster Angst erfüllte, sich aber nichts anmerken ließ. Denn zum einen war sie allein in der Wohnung - ihre Eltern befanden sich in Dassendorf, zum anderen waren in der Wohnung etliche verräterische Gegenstände, die ihr und den Eltern Unheil hätten bringen können. Unter einem Bild mit einer kleinen Tänzerin war ein Bild von August Bebel versteckt und die SPD-Parteibücher waren in einem Lautsprecher deponiert. Aber auch diese brenzlige Situation hatte Alida souverän gemeistert und ruhig und besonnen die Fragen der Gestapo beantwortet und somit weiteres Ungemach von sich und der Familie abgewendet.

Wie viele Hamburger Familien traf im Sommer 1943 Alida und ihre Eltern mit der Ausbombung ein schwerer Schicksalsschlag, denn man verlor das gesamte Hab und Gut, das in der Flammenhölle des Bombardements der Alliierten unterging. Aber zumindest hatte man das Leben gerettet und die Bombennächte gesundheitlich unbeschadet überstanden. Im Gegensatz zu vielen Leidensgenossen hatte die Familie Mros aber ihr Häuschen in Dassendorf, wo man es sich für die nächsten Jahre, so gut es ging, gemütlich machte. Vater Alfred schaltete sich sehr bald wieder für die SPD in das politische Geschehen ein und wurde 1946 bei der ersten Kommunalwahl nach dem Kriege - in der damaligen "Britischen Zone" - in den Dassendorfer Gemeinderat gewählt. Die SPD erhielt 11 von 12 Mandaten- einem Traumergebnis, von dem wir heute nur träumen können! Das 12. Mandat erhielt übrigens die KPD.

Dieser politische Erfolg konnte jedoch nicht über die schlimmen Entbehrungen der Familie hinweg täuschen. Insbesondere die allgemeine Hungersnot hatte auch der Familie Mros stark zugesetzt. Aber es fehlte auch an Kleidung, ganz besonders bei den Kindern. So erwies sich nun die Verbindung in die USA zu Alidas Schwester Erna als eine glückliche Fügung. 1946 kamen die ersten Pakete mit Lebensmitteln und Kleidung an - eine Riesenfreude nicht nur bei der Familie Mros. Auch einige andere Familien wurden über die Dassendorfer AWO mit den Gaben aus Denver/Colorado bedacht. Dieses weitete sich in der Folge zu einer regelrechten Sammelaktion der Bürger in Denver aus. Es kamen nun regelmäßig große Pakete mit überwiegend Kleidung in Dassendorf an, die von Mutter Mros gewaschen und instandgesetzt wurden. Alida half hierbei und bei der Verteilung durch die AWO stets tatkräftig mit. Das Ganze gipfelte in einer AWO-Weihnachtsfeier 1946, wo 320 Dassendorfer Kinder reich beschenkt wurden - die schönste Weihnachtsfeier nach dem Kriege!

Vater Alfred Mros engagierte sich nun zunehmend im Rahmen ehrenamtlicher Aufgaben in der Gemeinde. So wurde er beispielsweise zum 2. stellvertretenden Bürgermeister benannt und zum Vorsitzenden der Dassendorfer AWO gewählt. Ferner wurde er Beauftragter für das Vertriebenenwesen, Flüchtlingsobmann und letztendlich Vorsitzender des Dassendorfer Gartenbauvereins. Im Gemeinderat war er bis zu seinem Tode 1957 aktiv.

Nachdem sich die Situation in Hamburg beruhigt hatte und die Zeiten sich zu normalisieren begannen, zog Alida 1951 mit ihrem Mann Henry , den sie 1934 geheiratet hatte, wieder zurück nach Hamburg. 1963, nachdem die beiden Kinder groß genug waren, nahm Alida wieder ihre Berufstätigkeit auf, und zwar als Verwaltungsangestellte bei der Kripo in Hamburg. Die Arbeit ausschließlich mit Männern machte ihr sehr viel Spaß. 1973 beendete sie dann ihre Berufstätigkeit und begab sich in den wohlverdienten Ruhestand.
Seit 1991 wohnt Alida wieder in Dassendorf, wo auch ihr Sohn mit Familie lebt. Ihre Tochter lebt in Süddeutschland. Müßiggang war und ist nie die Sache von Alida Meyer gewesen. Sie hält sich über die politische Entwicklung ständig auf dem laufenden, das gilt sowohl für die Gemeinde- als auch die "große" Politik. Sie lässt kaum eine Versammlung des Dassendorfer SPD-Ortsvereins aus. Einmal wöchentlich schwingt sie ihr Tanzbein im Tanzkreis der AWO. Zudem reist sie gerne und häufig - natürlich so oft es geht zur Tochter und Enkelkindern nach Süddeutschland.
Ein Satz aus der Laudatio von Claus Möller anlässlich ihres 75-jährigen Jubiläums sei an dieser Stelle wiederholt: "Wir sind stolz auf Mitglieder wie Alida Meyer!" Wir vom Dassendorfer SPD-Ortsverein hätten es nicht treffender ausdrücken können und würden zudem gerne hinzufügen wollen, dass Alida und Eltern Spuren in Dassendorf hinterlassen haben, die in der Geschichte Dassendorfs fest verankert bleiben werden.

von Holger Rau

Dassendorfer Persönlichkeiten: Elfriede Wetzler

Bundesverdienstkreuz für Elfriede Wetzler

Fast ihr ganzes Leben hat sie anderen Menschen geholfen: Elfriede Wetzler aus Dassendorf ist vom Bundespräsidenten mit dem Verdienstorden am Bande des Verdienstordens ausgezeichnet worden. Sie erhielt diese Auszeichnung bei einer Feierstunde im Kieler Sozialministerium aufgrund ihrer Verdienste um das allgemeine Wohl. Überreicht wurde ihr die Auszeichnung vom Staatssekretär im Sozialministerium Herrn Horst- Dieter Fischer. Elfriede Wetzler wurde am 22. November 1925 in Sorgenort Kreis Marienburg (Westpreußen ) geboren. Im zweiten Weltkrieg hat sie schon 1943 in Westpreußen für das Rote Kreuz aktiv gearbeitet. Neben ihrer Ausbildung hat sie in Marienburg bei der Bahnhofsbetreuung Dienst für das Rote Kreuz geleistet. Hier betreute sie Militärzüge, die im Bahnhof Marienburg halt machten. Die Soldaten wurden mit Proviant und heißem Kaffee versorgt. Darunter auch viele junge Soldaten in ihrem Alter. Neben einer heißen Suppe erhielten sie von Elfriede Wetzler auch immer ein nettes Wort. Waren sie doch gemeinsam in einer sehr schwierigen Lage eines sinnlosen Krieges. Diesen Dienst verrichtete sie bis zu ihrer Flucht. Hier hatte sie alle Ausweispapiere verloren. Bis auf den Ausweis vom Roten Kreuz. Er wurde aber sogar von den Russen als Ausweis akzeptiert. Von 1945 bis 1951 lebte Frau Wetzler in den russisch besetzten Gebieten von Danzig, Bromberg und Neustettin und über 3 Jahre in Stolp. Aus dieser Zeit stammen noch heute ihre Russisch- Kenntnisse. 1951 ist Frau Wetzler nach Brunstorf gezogen. Hier wohnten bereits ihre Eltern. Nach dem Umzug nach Dassendorf ist Frau Wetzler am 1.9.1969 Mitglied der SPD geworden und wurde 1974 Kassiererin des Ortsvereins der SPD. Bis heute hat sie diese erfolgreiche Arbeit geleistet. Und seit dem ist sie ununterbrochen im Ortsvereins- Vorstand tätig. Bei Kinderfesten ihres Ortsvereins und bei den jährlichen Ostereiersuchen für Kinder war Frau Wetzler immer an der Organisation beteiligt. Sie hat es sich nehmen lassen für die Kinder Waffeln zu backen und für die Erwachsenen Punsch zu kochen. Auch eine Tätigkeit als bürgerliches Mitglied im Gemeinderat wurde von ihr wahrgenommen. Frau Wetzler ist am 1.3.1973 in die Arbeiterwohlfahrt in Dassendorf eingetreten. Schon 1974 wurde sie zur 2.Vorsitzenden gewählt. Und seit1977 ist sie ununterbrochen bis heute die 1. Vorsitzende der Dassendorfer Arbeiterwohlfahrt. Die Aktivitäten von Frau Wetzler sind vielseitig. Es wurden Tagesfahrten für die Senioren organisiert .Besonders beliebt sind bis heute Urlaubsfahrten für unsere Dassendorfer. Hier wurden neben Ziele in Deutschland auch viele Urlaubsregionen in Österreich, Italien und Polen angesteuert. Wenn in Dassendorf bekannt wurde, dass Elfriede Wetzler wieder eine Urlaubsreise organisierte, dann war man dabei. Von 1978 bis 1987 hat Frau Wetzler eine Jugendgruppe der Awo betreut. Jeden Dienstag gab es Zusammenkünfte. Manchmal mit Tanz oder es fanden Diskussionsabende statt. Frau Wetzler kümmerte sich um die Küchenbetreuung der Jugendlichen. Noch heute hat sie Kontakte mit den ehemaligen Mitgliedern der Jugendgruppe. Seit 1980 organisiert Frau Wetzler den Seniorentreff in Dassendorf. Einmal in der Woche treffen sich die Senioren in Dassendorf zu einem Klönschnack bei Kaffee und Kartenspiel. Sehr erfolgreich ist auch der Tanzkreis der Dassendorfer Arbeiterwohlfahrt. Wöchentlich wird getanzt und auch für Auftritte geprobt. Diese Auftritte finden auch häufig statt. Unter der Leitung von Frau Wetzler wurden seit den 70 er Jahren regelmäßig zu Weihnachten Pakete für die DDR geschickt ( Bis 1989 ). Auch heute noch erhalten die älteren Mitglieder der Awo ( ab 75 Jahre ) eine kleine Aufmerksamkeit zu Weihnachen. Im Kreisvorstand der Awo hat sich Elfriede Wetzler von 1989 bis 1998 für die Betreuung der Ortsvereine eingesetzt und internationale Jugendbegegnungen mitgestaltet. Bis heute arbeitet sie im Kreisausschuss der Arbeiterwohlfahrt mit. Seit 1991 bestehen Kontakte und eine Betreuung von zwei Familien in Weißrußland. Der Beginn war die Aufnahme von zwei Jungen durch Frau Wetzler für einen Ferien- Aufenthalt in Dassendorf. Sie stammten von zwei Familien die 70 Km von Tschernobyl wohnten. Also ein schwerstbetroffenes Gebiet. Daraus ist eine Freundschaft entstanden, die noch heute besteht. Auch im diesen Jahr ist Frau Wetzler wieder nach Weißrußland unterwegs gewesen. Im Gepäck hatte sie wieder viele Sachen, die die Familien dringend brauchen. Sie unterstützt die Familien aus eigenen Mitteln. Sie kennt aus eigener Anschauung auch die Not in Weißrußland. Deshalb ist Frau Wetzler ist seit 6 Jahren auch Mitglied in der Familienhilfe Weißrußland e.V. Trotzdem sie in der Arbeiterwohlfahrt aktiv ist, ist sie auch schon seit 1967 als zahlendes Mitglied im Roten Kreuz Dassendorf. Bei den vielen Aktivitäten hat sie aber auch immer um ihre Familie gekümmert. Schließlich mußte ihr Sohn Axel der 1957 geboren wurde, und nachher weitere 3 Stiefkinder versorgt werden. Und wenn man heute mit ihr spricht stellt man fest, dass sie nichts an Tatkraft verloren hat.